Hubble in einer Blase: Jakobsmuschelaugen wirken wie winzige Teleskope

Nov 11, 2021
admin

Meerestiere sind für ihre seltsamen Augen bekannt, aber Jakobsmuscheln haben eines der seltsamsten Sehsysteme überhaupt. Diese Meeresmuscheln (oben) haben bis zu 200 Augen, und jedes von ihnen verwendet einen Spiegel statt einer Linse, um das Licht zu fokussieren. Biologen wissen seit den 1960er Jahren, dass diese konkaven Spiegel aus Guaninkristallen bestehen, einem stark reflektierenden Material, das von Fischschuppen bis hin zur Chamäleonhaut zu finden ist. Obwohl diese Kristalle normalerweise in Form von klobigen Prismen vorliegen, sind die Kristalle im Auge der Jakobsmuschel perfekte Quadrate, die – wie ein Teleskopspiegel – eine glatte Oberfläche bilden, die optische Verzerrungen minimiert. Jetzt haben Wissenschaftler gezeigt, wie diese Spiegel funktionieren. Mithilfe von Computersimulationen fanden sie heraus, dass das Licht, wenn es gerade einfällt, auf die obere der beiden Netzhäute der Jakobsmuschel trifft. Wenn das Licht jedoch schräg einfällt, trifft es auf die untere Netzhaut und verbessert so das periphere Sehen der Muschel bei schwachem Licht, berichten sie heute in Science. Sie stellen auch Hypothesen darüber auf, wie diese Tiere die Bilder von 200 verschiedenen Augen gleichzeitig wahrnehmen können: ein Prozess im „Gehirn“ der Jakobsmuschel, der sie alle zu einem einzigen, zusammenhängenden Bild kombiniert.

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